Willkomen auf Uberflieger.de

Rechtzeitig vor den Sommerferien: Wer bin ich? Die ewige Suche nach einer Antwort.

von Antje, Chefredakteurin, Illustration, Layout

Am 30. Juni ist Schulfest und genau zwei Tage vorher haben wir es geschafft, unsere letzte Ausgabe für 2016/17 zu drucken und fertigzustellen. Ihr könnt also den Lenné-Überflieger ab 30.06. erstehen. Es geht im Brennpunkt um uns, um die Suche nach uns selbst und dem Ziel in unserem Leben.

Einige scheinen bereits genau zu wissen, wer sie sind und gehen – wie Frau Bauch – sehr in ihrem Beruf auf, die in unserem Lehrerinterview berichtet, dass sie von Anfang an Lehrerin werden wollte, weil sie sich in der Schule am wohlsten fühle. Andere finden den Weg zu sich durch Leidenschaften – wie Sarah und Vanessa – die es lieben, sich die Haare zu färben und so einen eigenen Strom finden, in dem sie schwimmen können. Manche finden ihre Freiheit und somit sich selbst in einer persönlichen Einstellung wie Brian, unser Barfußläufer an der Lenné. Er verrät, wie es dazu kam, dass er aufhörte, Schuhe zu tragen und was es für ihn bedeutet. Man merkt, dass vieles, womit wir uns identifizieren, zwangsläufig Auswirkung auf unser äußeres Erscheinungsbild hat. Es ist eine Frage der Selbstdarstellung. Da es ein sehr interessantes Phänomen ist, wie sich Jugendliche in sozialen Netzwerken und Foren mit ihren Profilfotos präsentieren, unterzogen wir vier solcher Profilfotos unserer Schüler einem strengen Blick. Wir analysierten, wen und was wir auf den Selbstdarstellungen zu erkennen glauben, um darauf einen Vergleich zu ziehen zu dem, was die Person uns verriet. Eine ähnliche Frage hat sich auch Vanessa gestellt, nämlich, ob Schüler überhaupt darüber nachdenken, wer sie sind und was sie auszeichnet. Sie skizzierte ein Porträt von drei Schüler/innen und stellte dabei deren unterschiedliche Fähigkeiten in den Vordergrund.

Für mich war die Frage nach dem eigenen Ich immer irritierend, da sie mir das Gefühl gab, mich festlegen zu müssen. Letztens hielt ich wieder einmal das Buch „Crazy“ von Benjamin Lebert in den Händen und stöberte nach Textstellen, die ich für mich markiert hatte. Auf einer Seite stand: „Was meint Janosch mit anders? Ich bin doch so wie immer. Oder bin ich immer anders?“ Ich fand diese Worte sehr bezeichnend für mein Problem mit der Festlegung. Und da musste ich schlagartig an das 2. Buch Mose denken, Kapitel 3, Vers 14: „Ich werde sein, der ich sein werde.“

Nachtrag: Falls ihr den Verkauf verpasst habt, meldet euch bei uns im Raum 208.

WER BIST DU? In einem Satz.

Experimentelles Interview mit W-Fragen
von Magda und Lena

Dieses „Wer bin ich“ ist so eine Selbstfindungsfrage, die wir uns alle irgendwann schon gestellt haben. Wir suchen unseren Platz in der Welt, in der Gesellschaft, im Freundeskreis, in der Familie und immer wieder passiert es, dass wir feststellen, dass wir uns wieder einmal neu definiert haben.

Lena fragt, Magda antwortet.
Wann hat sich dein Leben zum letzten Mal wie ein Abenteuer angefühlt? – Ganz klar: auf der Skifahrt, die wir dieses Jahr mit dem Jahrgang gemacht haben.
Wonach sehnt sich das Kind in dir am meisten? – Das Kind in mir würde am liebsten den ganzen Tag im Bett liegen und Pokémon zocken. (lacht)
Was steht zwischen dir und deinem Glück? – Schule.
Was schuldest du dir selbst? – Ein nettes Bad in einem See, denn ich bin dieses Jahr definitiv auf Entzug, echt schlimm.
Worin bist du dir wirklich sicher? – Dass ich meine Familie über alles liebe.
Was bringt dich zum Lachen? – Andere dabei zu beobachten, wenn sie etwas tun, das ihnen Spaß macht.
Was bringt dich zum Weinen? – Ich weine jedes Mal, wenn Captain Kirk von Star Trek beim Retten des Schiffes stirbt.
Was macht dich stolz? – Wenn ich ein neues Bild beendet habe und wenn es dann auch noch richtig gut aussieht.

Magda fragt, Lena antwortet.
Wovor fürchtest du dich? – Ich fürchte mich vor (denkt lange nach) davor, hilflos und unkontrolliert in meinem Leben umherzutreiben.
Womit verschwendest du deine Lebenszeit? – Ich sehe keine meiner Taten als verschwendete Lebenszeit an, da ich versuche, alles zu genießen.
Was wolltest du schon immer haben und hast es noch nicht? – Einen Hund!
Wenn du eine Idee unter die Menschen bringen könntest, welche wäre das? – Dass ein ruhiger Gesprächston und die Beachtung der nonverbalen Kommunikation die Lösung vieler Probleme sein können.
Was würdest du niemals tun? – Ein Kind schlagen.
Was fällt dir leichter als anderen? – Den Kopf auszuschalten und das Herz sprechen zu lassen, wenn es darum geht, auf andere Menschen zuzugehen.
Was ist das Beste daran, älter zu werden? – Sich selbst mit der Zeit besser zu kennen.
Wonach sehnt sich das Kind in dir am stärksten? – Nach endloser Zeit für mich und meine Freunde oder auch nach endloser Freizeit.

Viel Bewegung in der neuen Ausgabe

Hallo Leute,
da sind wir wieder. Die April-Zeitung ist raus und wir hoffen, ihr habt Spaß daran. Wir wollten wieder einmal auf die Dinge zeigen, die uns gesund und glücklich machen. Und was kann besser sein als ein bewegtes Leben, was auch immer das für euch bedeutet!?
Die letzte Ausgabe des Schuljahres ist auch schon in Arbeit und wird – wenn alles nach Plan läuft – am 30. Juni zum Schulfest verkauft.
Nach Plan – bedeutet auch, dass unsere Abiturienten, die jetzt gerade über dem Mathe-Abitur schwitzen, nach ihren Prüfungen wieder mitarbeiten. Aber wir kennen sie, das wird!
Interessante Lektüre der April-Schülerzeitung!
Herzlich, eure „Überflieger“-Redaktion

Letzte Zeitung 2016

In ein paar Tagen ist sie da, die letzte Ausgabe des „Lenné-Überfliegers“ dieses Jahres. Was sagt uns das? Richtig, 2016 ist bald Geschichte; Weihnachten, Silvester und die Ferien stehen vor der Tür. Was fängt man mit Ferien an? Man setzt wunderbare Ideen in die Tat um, erholt sich in gemütlicher Atmosphäre, man langweilt sich, verschleudert seine kostbare Freizeit oder … Alles ist möglich. Auch darum geht’s in der Dezemberausgabe. Also nicht verpassen und ab Montag, 12.12., den einen kleinen Euro für die Schülerzeitung bereithalten!

Bis dahin, eure „Überflieger“-Redaktion

Abiball der Extraklasse

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Der Abschlussjahrgang ließ Luftballons mit Wünschen auf kleinen Zetteln in die Luft steigen.


von Alex Habenicht (13a) und Antje Born (12d)

Am 18. Juni feierte der Abiturjahrgang 2016 den letzten Abend der Schullaufbahn prunkvoll in der Metropolishalle Potsdam. Schade dass es noch nicht meiner war, sondern der der Person, die mich eingeladen hat. Ich weiß noch, wie mich Alex – so beiläufig und gekonnt lässig wie möglich – eine Woche zuvor gefragt hatte: „Magst du mit zum Abiball kommen?“ Ich: „Ok.“ Na ja, ganz so einfach war es dann doch nicht, weil ich mich eine Weile geziert habe. Die Vorstellung, an so einem wichtigen Abend unbekannter älterer Schüler teilzunehmen, machte mich doch etwas nervös. Schließlich kannte ich kaum mehr als die fünf aus der Schülerzeitung. (Antje)

Die Metropolishalle war – eines großen Events würdig – perfekt herausgeputzt: mit fast pompöser, festlich weißer Bestuhlung und Betischung und einem roten Teppich für den Einmarsch der Abiturienten. An der linken Seite der Halle befand sich ein langes Buffet mit – etwas später am Abend – köstlichen warmen und kalten Speisen.
Zur Zeugnisausgabe wurden wir Abiturienten mit großem Applaus empfangen, als wir wie bei einer Filmpremiere über den roten Teppich einmarschierten. Ein Foto-Blitzgewitter, ausgelöst von unseren Angehörigen, erhellte die Halle. Wir nahmen – nach Klassen und den besten Notendurchschnitten geordnet – in den ersten Reihen Platz. Jeder einzelne Schüler von der 13a bis zur 13d wurde auf die Bühne gerufen, um das Abitur-Zeugnis entgegenzunehmen. Zum ersten Mal, seit man das Abitur an der Lenné-Schule ablegen kann, erreichten zwei Schüler einen Durchschnitt von 1,0. Beide, Stefan Reschke und Amandus Hopfgarten, waren mit mir gemeinsam in der 13a und in der Schülerzeitungsredaktion. Die musikalische Begleitung durch den Schulchor und die Schulband wurde mit viel Applaus belohnt. (Alex)
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Ud Joffe. Potsdamer Vollblutmusiker

Interview von Merle (05/16)

Ud Joffe ist 48 Jahre alt und seit 18 Jahren Dirigent in Potsdam. Er wurde in Israel, genauer gesagt in Ramat Gan, einer Kleinstadt direkt bei Tel Aviv, geboren.

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Ud Joffe im Interview mit Merle

Merle: Welche Schulbildung haben Sie?
Ud Joffe: Ich habe es tatsächlich geschafft, die Schule abzuschließen. Ich war damals in der Grundschule bis zur achten Klasse und danach in der High School. Das ist das System in Israel. Dann habe ich Abi gemacht und begann mein vierjähriges Bachelorstudium in Jerusalem. Vier Jahre sind sehr lang für ein Musikstudium. Trotzdem habe ich mich noch ein Jahr in Paris weitergebildet und später in Berlin an der damaligen „Hochschule der Künste“ (HdK) mein zweites Diplom abgeschlossen.

M: Was tun Sie beruflich in Potsdam?
UJ: Ich arbeite als ausgebildeter Orchesterdirigent und Chorleiter in Potsdam. Ganz genau bin ich Leiter der Musik an der Erlöserkirche. Was nicht gleich heißt, dass ich der Kirchenmusiker bin. Bei uns ist das geteilt in „der Leiter der Musik der Erlöserkirche“ und „der Organist“, wobei der Organist die Gottesdienste spielt. Bevor ich gebeten worden bin diesen Posten zu übernehmen, gab es noch den A-Kirchenmusiker, jemanden der alles macht. Diese Stelle hat man eingestellt und nach einer anderen Lösung gesucht. Schließlich fragte man mich, ob ich die Ensembleleitung übernehmen würde. Mein Vorgänger hat weiter die Orgeldienste gespielt, aber ich habe die Ensembleleitung übernommen. Dazu gehörten die Potsdamer Kantorei und später noch andere. Daraus wurde die Musik an der Erlöserkirche ein breiter kultureller Begriff mit städtischen Elementen. Sie wird also nicht nur von der Kirche, sondern auch von der Kommune getragen. Deswegen haben wir eine breitere Kulturarbeit, wie zum Beispiel die Orchesterarbeit, die natürlich keine kirchliche, ureigene Aufgabe ist.
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