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Im Brennpunkt: Ich will selbstbestimmt leben

Unsere nächste „Überflieger“-Ausgabe erscheint! Unter dem Brennpunkt-Thema „Das ist mein Leben“ fragen wir uns und andere, wie sie ihr Leben so gestalten, dass es sich tatsächlich wie das eigene, selbst bestimmte Leben anfühlt. Denn wie viel in unserem Leben bestimmen wir tatsächlich selbst? Wir gehen auf die Suche nach einer Antwort.
Heute kann jeder fast alles sein; die Möglichkeiten scheinen unendlich. Wir haben das Privileg, selbst über unser Leben, über unser Aussehen, unsere Karriere und unsere Sexualität zu bestimmen. Ich – als junge, engagierte und interessierte Schülerin – würde mein Leben und meine Entscheidungen oberflächlich betrachtet als selbstbestimmt beschreiben. Doch wie viel bestimmen wir tatsächlich selbst? Schaue ich im Duden nach einer Definition für Selbstbestimmung, finde ich: (…) Unabhängigkeit des bzw. der Einzelnen von jeder Art der Fremdbestimmung (z.B. durch gesellschaftliche Zwänge, staatliche Gewalt). Die im Duden aufgelisteten „Fremdbestimmungen“ wecken dann doch Zweifel in mir. Die „gesellschaftlichen Zwänge“ beschäftigten mich besonders. Ist es wirklich Fremdbestimmung, wenn wir uns an die von der Gesellschaft errichteten Normen halten oder ist es nur angepasstes Verhalten unsererseits? Da „selbstbestimmte“ Anpassung und unkritischer Opportunismus nahe beieinander liegen, lohnt es sich, doch einmal genauer hinzuschauen.
Einige Artikel zum Brennpunkt-Thema könnt ihr online lesen, außerdem andere Artikel, die viele Themen berühren, oder auch Kurzgeschichten. Ansonsten seid gespannt auf die neue Schülerzeitung, die garantiert lesenswert ist.

Emma B., Chefredakteurin

Zehn Jahre danach

Der Abifilm läuft. Einige der Darsteller von 2009: v.li.n.re. Ulrike O., Ines T., Kai S., Oliver S., Dario R. und vorn Nadine R. und Madlen S.

von Kristin Bensch, Abi 2009

Das Abitur erreichten wir 2009 nach 13 Schuljahren. Für manchen war es eine schöne Zeit, für andere eher Stress, für wieder andere die reinste Zeitvergeudung. Die 10 Jahre nach dem Abi scheinen geflogen zu sein. Was mag in den Jahren wohl alles passiert sein? Das fragten wir drei Mädels – Nadine und Janine R. und Kristin B. aus dem ABI-Jahrgang 2009 – uns und beschlossen, dass es höchste Zeit war für ein Wiedersehen. Alle zu erreichen, war dann gar nicht so einfach, obwohl wir heute in einer medialen Welt leben. weiter lesen »

Farbspektakel

Von Lucy H., 13a

Am Samstag, dem 24. August 2019, fand wieder das jährliche Holi Festival of Colours statt. Das aus Indien stammende Fest wird auch heute noch in vielen asiatischen Ländern zum Frühlingsbeginn gefeiert. An diesem Tag werden die traditionellen Konventionen der Hindus aufgehoben, sodass nur der Zusammenhalt und die Nächstenliebe zwischen allen Menschen von Bedeutung sind. Mittlerweile wird das Farbfestival auf der ganzen Welt gefeiert. In Deutschland organisieren die Veranstalter jedes Jahr eine Tour durch unsere Großstädte. Wir durften Teil des Holi Festivals of Colours sein. Aufdem zentralen Festplatz in Berlin fanden sich über 5000 Menschen aller Länder ein, um gemeinsam zu tanzen und zu singen. Ab 15 Uhr warteten wir auf den stündlichen Countdown, um unser Farbpulver in den Horizont zu werfen. Unterhalten von neun verschiedenen DJ‘s färbte sich der Himmel bunt. Wer mit einem weißen T-Shirt kam und auch wieder ging, hat das Fest nicht vernünftig gefeiert. Obwohl es ziemlich heiß war, hatten wir eine Menge Spaß. Die Besucher waren sehr aufgeschlossen und sehr herzlich, sodass wir uns alle wirklich frei fühlten. Jeder wurde mit offenen Armen empfangen, egal, aus welcher Region man kam oder welche Kultur man auslebte. Dementsprechend will auch das deutsche Holi Festival of Colours den Zusammenhalt aller Menschen demonstrieren.

Wir empfehlen euch diese Erfahrung, denn auch wir werden es definitiv noch einmal besuchen. Ein kleiner Tipp! Denkt an eine Sonnenbrille und einen Mundschutz, denn das Einatmen des Pulvers ist sehr unangenehm.

Ein Ball und ein Traum

Eric Seise, 11a

Seit meinem fünften Lebensjahr renne ich dem Ball hinterher und habe vermutlich mehr Zeit in das Fußballspielen investiert als in Schularbeiten. Ich verbesserte mich Training für Training und Jahr für Jahr, um nun die Entscheidung treffen zu dürfen, den Verein zu wechseln, umzuziehen und mein Zuhause in Thüringen und fast alles aus meinem bisherigen Leben hinter mir zu lassen. Alles für den Traum, einmal Fußballprofi zu werden. Es begann mit einer kurzen SMS meines aktuellen Trainers, ob ich in der nächsten Saison in der A-Jugend-Regionalliga spielen möchte.

Mir war in diesem Moment egal, ob es der Trainer von Babelsberg 03 schrieb oder der Trainer von Jena oder doch der von Aue. Mein Ziel war einfach, einen großen Schritt zu machen und eine Liga höher zu spielen. Es war Babelsberg. Nachdem ich mich mit meinen Eltern abgesprochen hatte, musste ich „nur noch“ umziehen. Ich packte meine Sachen und fuhr Ende Juli mit meiner Mutter nach Potsdam, um mein Zimmer im Internat einzurichten. Als wir mit dem Umzug fertig waren und ich nicht mehr aufgeregt war, wurde mir bewusst, was ich hier tat. Um meinen Traum zu jagen, verließ ich meine besten Freunde, meine Freundin und – das ist am schwersten – meine Eltern. Ohne Eltern klarzukommen, ist schwierig. Jetzt habe ich keinen mehr, der meine Wäsche macht, Essen kocht und meine Termine im Überblick hat.

Inzwischen habe ich mich an die neue Situation gewöhnt und komme klar. Mein Team ist cool und jeder ist nett, doch es ist natürlich nicht dasselbe wie in meinem Dorfverein. Ich bin an einer neuen Schule, um neben dem Sport das Abitur zu schaffen. Das alles will ich in Kauf nehmen, um meinen Traum zu verwirklichen.

Die kleinen Dinge im Leben

von Katharina, inspiriert durch eine Erzählung von Tommi Schmitt

Es war ein heißer Donnerstagnachmittag in der Kölner Innenstadt. Seit ungefähr einer halben Stunde hatte der Großteil der arbeitenden Bevölkerung ihren 9 to 5 Job beendet und war auf dem Weg nach Hause, um sich dort zuerst für ein paar Minuten vor einen Ventilator oder einen weit geöffneten Kühlschank zu stellen. Die Hitze brütete. In einem Auto ohne Klimaanlage zu sitzen, verbesserte die Lage nicht unbedingt. Jede einzelne Ampel entschied sich kurzerhand, vor Tommi rot zu werden. Rot wie die Gesichter der Verkehrsteilnehmer und so staute es sich an allen Kreuzungen. Es wurde gehupt und geschrien, doch das aggressive Verhalten beeinflusste die elektrischen Anlagen in keiner Weise. Autofahrer erfreuten sich gegenseitig mit Handzeichen, von denen jeder genau wusste, was sie bedeuteten. Fußgänger waren zu sehr in ihre Smartphones vertieft, als dass sie auf heranfahrende Autos achten konnten. So wurde eine normalerweise rasche Heimfahrt zu einer quälenden, schweißtreibenden Tortur. Nach einigen Runden um den Häuserblock fand Tommi schließlich einen etwas weiter von seiner Wohnung entfernten Parkplatz, mittig auf einer Parkinsel einer sehr großen und stark befahrenen Straße liegend. Gestresst von den Menschenmassen und der nervenaufreibenden Gesamtsituation wollte er nur noch in seine kühle Wohnung treten. Als er gerade sein ächzendes Auto verließ, überquerte eine gealterte Dame auf ihren Rollator gestützt den fast verblichenen Zebrastreifen. Zu ihrer Linken lief ein junger Mann, ihr Pfleger, wie es schien. Sie hatte es sichtlich schwer zu laufen, sodass sie zum Leidwesen all der hitzegestresst ungeduldigen Verkehrsteilnehmer. sehr langsam vorankam. Schließlich hatte sie die Hälfte ihres Weges geschafft. Auf der kleinen, nur sparsam begrünten Verkehrsinsel blieb sie plötzlich stehen und bat ihren Begleiter, ebenfalls zu warten. Ein sanftes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus, während ihr Blick zum Boden gesenkt war. Dort wuchsen ein paar wenige wunderschöne Wildblumen und doch reichten sie aus, um eine schwache, ergraute Frau inmitten der Hektik der so aufgeregten Metropole zu verzaubern. Tommi hätte die Blumen nicht einmal bemerkt. Wahrscheinlich hätte er sie unbemerkt zertreten.
Indem er dieses scheinbar unbedeutende Geschehen nachwirken ließ, fühlte er sich für einen kleinen Moment geerdet, bevor er seine letzten Schritte dieses Tages durch die Großstadt fortsetzte.

Zimtzicken! Der beste Mädchentreff Potsdams

Hey Leute,
es gibt da ein paar Mädchen an unserer Schule, die sich an einem ganz besonderen Ort in Potsdam – mit großartigen Möglichkeiten – sehr wohl fühlen und ihre Erfahrungen mit euch teilen wollen. Lest von den Angeboten des Treffs und am Ende Margaridas Appell!
Die Überflieger-Redaktion

Der Potsdamer Mädchentreff „Zimtzicken“ im September und Oktober
Mädchen und junge Frauen die den Mädchentreff „Zimtzicken“ besuchen, können dort nicht nur den Austausch zu anderen Mädchen und Frauen suchen, Hausaufgaben erledigen, gemeinsam Musik hören oder einfach entspannen, sondern auch an verschiedenen Aktionen mitmachen. Alle zwei Monate bietet der Mädchentreff für jeden Tag der Woche (Montag bis Freitag) eine Aktion an, an dem man teilnehmen kann. Je nach Interesse und Lust. So wie im Mädchentreff ist die Vielfalt im Programm vertreten. Von sportlich und kreativ bis zu Diskussionsrunden wird einem alles geboten.

Folgendes steht für September und Oktober an:
„Tanz dich durch die Welt“ nennt sich das Programm für den Montag von 15 Uhr bis 18 Uhr. Dort haben Mädchen die Möglichkeit, die Tänze der verschiedenen Länder und Kulturen kennenzulernen. Sie erfahren, welche Musik dazu gespielt und welche Kleidung getragen wird.
„Mybodymychoice“ läuft am Dienstag von 17 Uhr bis 19 Uhr. Hier können Mädchen und junge Frauen gemeinsam über ihre Rechte reden und diskutieren: Entscheide selbst über dich und deinen Körper.
Am Mittwoch wird immer von 16 Uhr bis 18 Uhr gekocht: „Energiegeladen mit Leib und Seele – Powerküche für den Herbst“. Die Herbst-Saison bricht allmählich an und passend zur Jahreszeit wird gemeinsam gekocht und gegessen. Der Kostenbeitrag hier liegt bei einem Euro.
Raum für Kreativität besteht immer am Donnerstag von 16 Uhr bis 18 Uhr. Freundschaftsarmbänder sind hier das Stichwort, denn Freundschaft verbindet Kulturen und überwindet Grenzen. Dabei kannst du dich mit anderen Mädchen und jungen Frauen unterhalten und austauschen. Der Kostenbeitrag liegt bei einem Euro.
Freitags findet immer von 14 Uhr bis 19 Uhr das „Mädchencafé“ statt. Hier kannst du die Woche ausklingen lassen, entspannen, mit anderen Mädchen lachen, dich unterhalten, Tee trinken oder Wii spielen und dich gemütlich ins Wochenende leiten lassen. – Das alles sind freiwillige Aktionen, natürlich haben Mädchen und junge Frauen auch so die Möglichkeit, in den Mädchentreff zu gehen, ohne an den Programmpunkten teilzunehmen.

Eure Stimme für uns
Nachdem ich von einem Ort berichtet habe, der mir sehr wichtig ist, hätte ich eine Bitte an die Leser und Leserinnen der Schülerzeitung. Der Mädchentreff ist ein Ort, der Mädchen und jungen Frauen so viel Lebensmut und Kraft schenkt und sie unterstützt, wo es nur geht. Im Moment gibt es einen Förderwettbewerb, der von der Pro Potsdam und der Stadtwerke Potsdam GmbH unter dem Motto „Gemeinsam für Potsdam“ durchgeführt wird. Sie rufen alle Potsdamer Vereine und gemeinnützigen Organisationen auf, Ideen und Projekte vorzustellen, die das nachbarschaftliche Miteinander fördern. In einer Abstimmung im Internet vom 30. Juni bis zum 22. September 2019 entscheiden die Internetnutzer, welches Projekt eine Förderung erhalten soll. Das Ergebnis der Abstimmung wird am 24. September 2019 verkündet. Ich würde mich sehr freuen, wenn der Mädchentreff „Zimtzicken“ diesen Wettbewerb gewinnen könnte, den Mädchentreff würde es bestimmt auch glücklich machen.

Unterstützt uns unter dem Link: https://www.gemeinsam-fuer-potsdam.de/wettbewerb/teilnehmer-2019/maedchen-tankt-hier-kraft-und-mut-das-tut-gut/ .

Margarida da Costa Gaspar