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Im Brennpunkt: Ich will selbstbestimmt leben

Unsere nächste „Überflieger“-Ausgabe ist in Vorbereitung. Unter dem Brennpunkt-Thema „Das ist mein Leben“ fragen wir uns und andere, wie sie ihr Leben so gestalten, dass es sich tatsächlich wie das eigene, selbst bestimmte Leben anfühlt. Denn wie viel in unserem Leben bestimmen wir tatsächlich selbst? Wir gehen auf die Suche nach einer Antwort.
Heute kann jeder fast alles sein; die Möglichkeiten scheinen unendlich. Wir haben das Privileg, selbst über unser Leben, über unser Aussehen, unsere Karriere und unsere Sexualität zu bestimmen. Ich – als junge, engagierte und interessierte Schülerin – würde mein Leben und meine Entscheidungen oberflächlich betrachtet als selbstbestimmt beschreiben. Doch wie viel bestimmen wir tatsächlich selbst? Schaue ich im Duden nach einer Definition für Selbstbestimmung, finde ich: (…) Unabhängigkeit des bzw. der Einzelnen von jeder Art der Fremdbestimmung (z.B. durch gesellschaftliche Zwänge, staatliche Gewalt). Die im Duden aufgelisteten „Fremdbestimmungen“ wecken dann doch Zweifel in mir. Die „gesellschaftlichen Zwänge“ beschäftigten mich besonders. Ist es wirklich Fremdbestimmung, wenn wir uns an die von der Gesellschaft errichteten Normen halten oder ist es nur angepasstes Verhalten unsererseits? Da „selbstbestimmte“ Anpassung und unkritischer Opportunismus nahe beieinander liegen, lohnt es sich, doch einmal genauer hinzuschauen.
Einige Artikel zum Brennpunkt-Thema könnt ihr bereits hier lesen. Ansonsten seid gespannt auf die nächste Schülerzeitung, die noch vor den Oktoberferien erscheinen soll und natürlich – wie immer – noch viele andere Themen berühren wird.

Emma B., Chefredakteurin

Drei Aspekte von Eigenständigkeit

von Luisa

Vorteil freier Entscheidung
Schon seit meiner frühen Kindheit erlaubt mir meine Mutter, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Dieses Privileg habe ich immer sehr genossen. Nur wenige andere Kinder in meinem Alter durften damals so viel selbst entscheiden wie ich. Ich erinnere mich immer gern an eine Situation, die mir eigentlich nur durch Erzählungen bekannt ist. Ich wollte damals, ich schätze im Alter von vier oder fünf, im Herbst ohne Jacke nach draußen gehen. Meine Mutter sagte mir, dass ich mich vielleicht erkälten würde, aber ich setzte mein Vorhaben trotzdem in die Tat um und sie akzeptierte es. Ich weiß nicht mehr, ob ich mich damals erkältet habe oder nicht, aber für mich ist dieser Moment immer noch ein Beispiel für meine freie und offene Erziehung. Ich bin der Meinung, dass für mich viel Gutes daraus resultiert hat. Ich war nie ein Kind, das seiner Mutter verschwiegen hat, dass es auf Partys geht – und zwar aus dem einfachen Grund, dass sie es mir erlaubt hat. Ich habe meiner Mutter vom meiner ersten Zigarette, meinem ersten Kuss und allen möglichen anderen Dingen, die eventuell nicht ganz legal waren, erzählt. Ich tat es, weil meine Mutter mich fast nie für solche Dinge bestraft oder sie mir verboten hat. Sie hat stets nur von mir erwartet, dass ich ehrlich und verlässlich bin. Damit habe ich mir meine Freiheit und mein selbstbestimmtes Handeln „erkauft“.
Vielleicht wünsche ich mir inzwischen manchmal, einmal mehr „Nein“ gehört zu haben, aber letztlich hat es mich zu dem Menschen gemacht, der ich bin. Ich bin mir meistens über die Konsequenzen meines Handelns bewusst. Okay, damit umzugehen, ist eine andere Sache, aber ich wäre sicher nicht so selbstbewusst und meinungsstark geworden, wenn mir meine Mutter damals nicht so viele Entscheidungen überlassen hätte.

Fluch verbotener Wünsche
Betrachten wir den umgekehrten Fall: Was resultiert aus Verboten? Meistens nur, dass die verbotenen Dinge trotzdem getan werden, aber dafür im Heimlichen. So hat man als Eltern keine Ahnung, was sein Kind macht, weil es einem – aus Angst vor Verboten – nichts mehr erzählt. Eltern wissen nicht, dass ihr Kind auf eine Party geht, sondern denken, es würde bei einer Freundin oder einem Freund schlafen. Sie haben keine Ahnung, dass sich das Kind schon zum x-ten Mal betrunken hat, und glauben, es trinke fast keinen Alkohol. Somit entfällt auch die Möglichkeit, mit dem Kind über diese Dinge zu reden und es über einen verantwortungsbewussten Umgang mit solchen Sachen aufzuklären. Kinder, denen immer alle Entscheidungen abgenommen werden und die nicht gelernt haben, eigene Entscheidungen zu treffen, wachsen realitätsfern auf.

Blick in die Realität
Doch wie selbstbestimmt ist unser Handeln wirklich, auch wenn uns viele Entscheidungen scheinbar selbst überlassen werden? Manchmal entscheiden gar nicht wirklich wir. Unsere Umwelt hat enormen Einfluss darauf, wie wir uns entscheiden. Werbung spielt hier eine große Rolle. Aber auch die Politiker und ihre Reden beeinflussen uns. Durch Sprache und bestimmte Manipulationstechniken lassen sich die Meinungen von Menschen gezielt in eine ganz bestimmte Richtung lenken. Auch unser Umfeld und vor allem unser Elternhaus haben entscheidenden Einfluss auf unseren Charakter und somit auch auf unsere Meinungsbildung und Entscheidungsfindung. Völlig eigenständig und frei von anderen Meinungen entscheidet also niemand. Trotzdem ist es wichtig, sich für die eigene Freiheit und Selbstbestimmung stark zu machen. Natürlich macht das manche Entscheidungen schwieriger, aber du bist der Mensch, der für dein Leben verantwortlich ist. Deswegen musst du auch deine Entscheidungen treffen und dein Handeln verantworten.

Sei also stark und lehn dich auch mal auf! An alle volljährigen Mitschüler: Geh bspw. zum Arzt und lass dich impfen, obwohl deine Eltern es dir verbieten. Brich nach der zehnten Klasse die Schule ab, wenn du dich dort sehr unwohl fühlst und dir sicher bist, dass du für deinen weiteren Weg kein Abi brauchst oder es dir nicht wichtig ist. Entscheide dich, wenn du schwanger bist, eigenständig für oder gegen das Kind! Trag die Klamotten, die dir gefallen und so viel oder so wenig Make-Up, wie du magst. Mach nicht alle möglichen sinnlosen Dinge mit, weil andere sie gut finden. Sag, was du denkst!
Das bist du, das ist dein Leben, du gibst die Richtung an!

Im Hamsterrad der Gesellschaft

von Gina H., 13a

Die Gesellschaft reduziert uns heutzutage auf Aussehen und Erfolg. Wir müssen uns anpassen, bis zur Erschöpfung arbeiten gehen und überall am besten abschneiden. Die Messlatte für Aussehen und Erfolg liegt unglaublich hoch, denn es wird immer jemanden geben, der besser oder hübscher ist. Niemand kann sich dabei frei entfalten und individuell bleiben. Die Gesellschaft setzt uns in ein Hamsterrad.
Im Grunde fängt dieses „Wettrennen“ schon im Kindergarten an. In der „Bastelstunde“ tun sich viele Kinder schwer, was an sich nichts macht. Allerdings gibt es darunter Kinder, die permanent unzufrieden sind, andere beneiden, die eine schönere Blume gebastelt haben, und sie es spüren lassen. Beim „Seepferdchen“, der einfachsten Schwimmprüfung, wird schon der erste Druck ausgeübt: „Du musst das schaffen! Oder willst du etwa das einzige Grundschulkind werden, das noch nicht schwimmen kann?!“
In der Schule wird dann alles noch verschärft. Für falsche Antworten wird man von Mitschülern ausgelacht oder von den Eltern kritisiert, wenn man eine schlechte Note bekommt. Wenn man älter wird, setzt man sich noch selbst unter Druck, weil man Angst hat, dass man das Abitur nicht schafft oder an der Lieblingsuni nicht angenommen wird. Deshalb wundert es mich nicht, dass heute so viele Jugendliche ihr Wochenende damit verbringen, den ganzen Tag zu Hause zu sitzen und sich abends „die Kante zu geben“, was natürlich gar kein Problem löst. Andere halten dem Druck nicht stand und werden krank.
Überraschenderweise wird es in der Berufswelt auch nicht besser. Menschen arbeiten in einem Job, den sie oft nicht einmal leiden können und in dem man nicht genug verdient. Abends kommen sie nach Hause, um den Haushalt „zu schmeißen“ oder die Kinder zu versorgen. Vom Wochenende ist dann auch nicht mehr viel übrig und es bleibt kaum noch Zeit für eigene Interessen. Viele Menschen rotieren nur für die Familie und den Job.
Zwischen alldem sind wir uns fremd geworden. Wir rennen von der Geburt bis ins Rentenalter im Laufrad des Lebens, kritisieren uns zu hart, sind unzufrieden und vergessen dabei, wie wertvoll wir doch eigentlich sind und dass wir dies nicht mit Arbeit, Erfolg, Leistung oder Aussehen beweisen müssen. Vielleicht sollten wir einfach anfangen, das wertzuschätzen, was wir haben, und uns nicht viel zu oft über die Dinge aufregen, die uns fehlen. Wir müssen uns gegenseitig stark machen und nicht das Gegenteil bewirken. Dadurch könnten wir vielleicht unser Leben und auch das der anderen ein wenig angenehmer machen.
Die Gesellschaft setzt uns in ein Hamsterrad. Doch wir müssen nicht brav darin rennen und schon gar nicht die vorgegebene Richtung einhalten. Wir können sogar aussteigen und unsere eigene Richtung finden.

Verblendet

von L.H.

Stumme Gespräche. Ein erzwungenes Lächeln. Keine Freiheit, nur Fremdbestimmung. Was passiert mit einem Mädchen, wenn es seine Freiheit verloren hat? Seit Jahren herrscht diese Freundschaft zwischen dem Mädchen A. und ihrer Freundin S., anfangs eine liebevolle und verständnisvolle Freundschaft und heute nur noch Schein.
Sie lachten viel, hatten Spaß und verbrachten jede freie Minute miteinander, ohne voneinander genervt zu sein. Selbst die Familien standen sich nah. Doch mit der Zeit veränderten sich beide. S. fand neue Freunde und stieß ihre alten Freunde von sich, durch ihr Verhalten. Immer stärker veränderte sich ihr Charakter. Sie wurde ein völlig anderer Mensch und ein neues „wahres“ Gesicht kam zum Vorschein. A. hingegen wurde ruhiger und zog sich zurück. Sie baute eine Mauer, die niemand durchbrechen konnte. Im Inneren gebrochen und einsam, spielte sie das freundliche und hilfsbereite Mädchen, das jedoch selbst am meisten Hilfe gebraucht hätte. So entwickelte sich aus der scheinbar so guten Freundschaft eine erzwungene und bedrückende Situation. Lügen, Zerrissenheit und Kontrolle wurden zum Hauptbestandteil ihrer „Freundschaft“.
Hin und her gerissen zwischen Herz und Kopf, zwischen Vernunft und einem Gefühl des Wahnsinns, zwischen Wahrheit und Lüge, verliert A. allmählich den Boden unter ihren Füßen. Leute, die immer wieder auf sie einreden, um ihr zu helfen, blockt sie ab. Sie hat Angst. Angst vor den Konsequenzen, wenn sie ihre Probleme laut äußert. Angst davor, allein zu sein. Ein Mädchen, abhängig von ihrer Freundin. Gefangen im Bann des Teufels. In einem nie endenden Teufelskreis. Dieses zärtliche Mädchen wurde ihrer Selbstbestimmung und Selbstachtung beraubt. „Wo bist du?“, „Was machst du?“, „Mit wem bist du?“ sind Fragen, denen sich A. täglich stellen muss. Eifersucht und ständige Kontrolle durch die vermeintliche Freundin S. prägen ihr Leben. Sie hat keine freie Minute ohne Streit und Diskussionen mit ihrer „besten Freundin“.
Jeden Tag leidet A. mehr, aber sie schafft es nicht, sich aus dem Würgegriff von S. zu befreien. Nicht ohne Hilfe. Immer wieder reiche ich ihr die Hand, um sie aus dem Loch der Dunkelheit zu ziehen, doch sie greift nicht nach meiner Hand. Keiner wird ihr helfen können, wenn sie nicht selbst den Absprung in Richtung Freiheit wagt. Doch sie kann es nicht, da ihr Herz gegen ihren Verstand arbeitet. Sie könnte alles verlieren, ihre Freunde, ihre Seele, ihr Leben. A. braucht ihre Freiheit zurück. Sie muss aufwachen und sich aus der Umklammerung befreien. Nicht allein, sondern mit der Hilfe ihrer Liebsten, ihrer Freunde. Das einst so starke Mädchen muss sich gegen diese erdrückende und fremdbestimmte Situation wenden, ihre nur scheinbar gute Freundschaft aufkündigen und auferstehen als die, die sie einmal war. Das Leben wird sich für A. von dem Moment ändern, da sie wieder die Macht über ihr Leben besitzt und selbstbestimmte, freie Entscheidungen trifft.

Kraftsport. (K)ein Sport für Machos

von Jonas K.

Lange war es verpönt, ins Fitnessstudio zu gehen. „Das ist doch was für Machos oder Tussen.“ Dieses Vorurteil gehört inzwischen längst der Vergangenheit an. Ob „Muckibude“, „Gym“ oder Fitnessstudio: Alle drei Begriffe meinen heute dasselbe: einen Ort, wohin man geht, um etwas an seinem Körper zu verändern oder das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Einige wollen abnehmen, andere wollen stärker werden und einige wollen einfach generell fit für den Alltag sein. Ich trainiere, seit ich 15 bin. Mein Hauptziel ist, stärker zu werden. Im Fitnessstudio trifft man Menschen aller Altersklassen an. Ob 14 oder 60 Jahre alt, die Besucher kommen regelmäßig, um zu trainieren. Es sind Schüler und Studenten, Rentner und Menschen verschiedenster Berufe. Ich gehe fast ausschließlich allein zum Sport, obwohl ursprünglich ein Klassenkamerad mein Interesse dafür geweckt hat.
Das Personal in einem Fitnessstudio ist nicht nur für Wartung, Reinigung und Bedienung am Tresen verantwortlich, sondern auch vor Ort, um Kunden zu betreuen. Es gibt unzählige Übungen, die man an den Geräten ausführen kann, doch man muss wissen, wie es richtig geht und welche Muskeln man auf welche Art und Weise kräftigen kann. Ansonsten führt das Training nicht zum Ziel oder ist sogar gefährlich, da man sich an den Geräten leicht verletzten kann. Genau deshalb sind Trainer da, die Trainingspläne für die Kunden erstellen und sie in das Training einführen. Ich habe mich aber eher im Internet informiert und eigene Erfahrungen gesammelt. Man findet online viele sinnvolle Tipps für das Training.
Oft werde ich gefragt: Ist es wirklich sinnvoll, sich jede Woche im Fitnessstudio zu quälen? Kraftsport ist für viele ein Hobby. Sie nutzen ihre Freizeit für Sport. Der Sport ist ein fester Bestandteil ihres Lebens. Nach einiger Zeit des Durchhaltens kann man erste Erfolge sehen: Man ist in einer Übung stärker geworden, hat abgenommen, hat Muskeln aufgebaut oder mehr Ausdauer als vorher. Deshalb kann man sich damit identifizieren, da man „in etwas gut ist“ und Erfolge verzeichnet. Es ist egal, welchen Fortschritt andere im Studio Trainierende machen. Es zählt, was man selbst erreicht hat. Sich mit anderen Trainierenden zu vergleichen, ist nicht sinnvoll, da jeder unter individuellen Umständen und nach eigenen Ambitionen trainiert. Mein Ziel war es, Kraft aufzubauen, was ich erreicht habe, denn in Übungen, die ich regelmäßig ausführe, bin ich klar stärker geworden.
Kraftsport wie Sport generell helfen nicht nur, einen stärkeren Körper zu bekommen, sondern helfen vielen, ein stärkeres Selbstbewusstsein zu erlangen. Ein gutes Selbstbewusstsein ist Gold wert. Wir trauen uns auch in anderen Bereichen mehr zu. Wahrscheinlich sind es nicht nur junge Menschen, die das Gefühl haben, noch nie in ihrem Leben etwas Großes erreicht zu haben. Beim Fitnesstraining kann man Ziele verfolgen, die bald sichtbar sind. Heutzutage gibt es in jeder Stadt mindestens ein Fitnessstudio. Sport ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Natürlich gibt es unzählige Sportarten, die man an frischer Luft ausführen kann. Doch ihr würdet staunen, wie viel Spaß das Training im Studio neben den spürbaren Erfolgen machen kann. Ich jedenfalls habe den Besuch des Fitnessstudios fest in meinem Wochenplan verankert, ohne dass dieser Termin andere wichtige Dinge blockiert.

Fridays for Future. Für welche Zukunft lernen wir?

“Why should I be studying for a future that soon may be no more, when no one is doing anything to save that future?” Greta Thunberg, 16-jährige Klimaaktivistin

Der Klimawandel und die Probleme, welche er mit sich bringt, sind seit Jahren von vielen Klimawissenschaftlern erforscht. Dennoch handelt die Bundesregierung nicht ausreichend und schnell genug. Aus Enttäuschung über die verfehlten Klimaziele der Bundesregierung für das Jahr 2020 gründete sich die internationale Schüler- und Studentenbewegung „Fridays for Future“, welche sich für einen strengeren Klimaschutz ausspricht. Nach dem Vorbild der schwedischen Organisatorin Greta Thunberg gehen nun auch deutsche Schülerinnen und Schüler freitags während der Unterrichtszeit auf die Straßen und protestieren. Sie sind der Meinung, dass die Politiker nicht genug für den Klimaschutz tun. Die Zukunft gehört den jungen Generationen und deswegen sind sie die Leidtragenden der aktuellen Politik. Den jungen Menschen geht es vor allem darum, gehört zu werden und darum, dass die politischen Verantwortlichen endlich Initiative ergreifen, um etwas gegen den Klimawandel zu tun, statt immer nur leere Versprechungen zu machen. Die Forderungen der Protestbewegung verkünden die Schüler auf den wöchentlichen Demos. Bis 2030 solle Deutschland aus der Kohleenergie aussteigen, da etwa die Hälfte aller CO2-Emissionen in Deutschland von der Braunkohlewirtschaft verursacht werden. Die Schüler fordern außerdem, dass bis 2035 die Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen bezogen werden solle.

Obwohl viele der Schüler an ihren Schulen für die Teilnahme am Streik Ärger kassieren, gehen sie trotzdem immer wieder zu den Demonstrationen. Auch einige Schüler unserer Schule setzen sich für den Klimaschutz ein und nehmen an dieser Bewegung teil. Häufig kritisieren Außenstehende, dass die Schüler nur den Unterricht schwänzen wollen. War man jedoch einmal vor Ort bei einer Fridays for Future- Demonstration merkt man schnell, dass es den Schülern um viel mehr geht. Denn auch im Januar bei eisigen 7 Grad unter Null protestierten mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler in Berlin. Und auch hier in Potsdam „schwänzten“ die 1800 Demonstranten am 15. März 2019 nicht den Unterricht, sondern demonstrierten voller Wut gegen die aktuelle Klimapolitik, voller Hoffnungen, dass ihre Forderungen erhört werden und die Politik handelt, damit sie ihren Kindern eine gute Zukunft ermöglichen können. Die meisten Politiker loben das politische Engagement der jungen Menschen und lenken somit vom eigentlichen Problem des Klimawandels ab. Die Schülerinnen und Schüler sagen, es sei ihre Verantwortung, für ihre sowie für die nachkommenden Generationen die Klimakrise bestmöglich zu beenden, solange es noch möglich sei. Man solle nicht nur davon berichten, dass die Schüler demonstrieren, sondern vor allem, weshalb sie es tun.

Gina Konarski, 12a