Das Ende in zwei Teilen

Das Ende ist nah… (1)

Juni 2012. Am 09. Juni habe ich es geschafft, ich halte das lang ersehnte Abitur in den Händen. Noch ein extra Applaus für eigene Erfolge! Was für ein Tag voller Freude, Glück und einer Menge Stolz! Das Glück hält leider nicht an. Nachdem ich gefühlte tausend Kilometer im Restaurant „Fährhaus Caputh“ abgelaufen bin, um den ersehnten Wunsch mit Ziel Neuseeland zu realisieren, passiert es. Ich springe von einer ganz normalen Sportbank und reiße mir mein Kreuz- und Seitenband und ziehe mir der Vollständigkeit halber noch einen Erguss am Kniegelenk zu. Man springt ja nur einmal von einer Bank. Dann aber auch richtig und zur rechten Zeit! Binnen einer Sekunde der Unachtsamkeit sind meine Zukunftspläne geplatzt. Es folgen ein paar Tagen der Verzweiflung, keiner kann mir sagen, was genau bei mir „kaputt“ gegangen ist. Dann flattert ein Brief ins Haus. Ich erhalte eine Zusage von einer Universität, an der ich mich vor ein paar Monaten beworben hatte. Ich hatte die Technische Universität Chemnitz total vergessen, da meine Gedanken nur um Neuseeland – und mein kaputtes Knie – kreisten. Mir drehte sich der Kopf. Ruhe bewahren, eine Entscheidung musste her. Warum nicht? Ich entschied also, in die Karl-Marx-Stadt (DDR) – das Zuhause von „Kraftclub“ – zu ziehen. Ich würde in „Schemnitz“ – wie die Sachsen sagen – Pädagogik studieren.

Das Ende ist nah… (2)

Dezember 2014. Mittlerweile sind fast zweieinhalb Jahre um und ich studiere immer noch Pädagogik in der schönen Studentenstadt Chemnitz. Ich bin im 6. Semester, mein Knie ist wieder heil und ich habe noch Monate vor mir. Dann darf ich mich B.A. (Bachelor of Arts) -Pädagogin nennen. Was für eine Aussicht! Einerseits bin ich total froh, die vielen Prüfungen und Präsentationen abschließen zu können, andererseits auch sehr traurig, da ich mich gerade sehr mit der Stadt verbunden fühle, Kontakte geknüpft habe und mich einfach nur pudelwohl fühle. Es ist ein bisschen wie in der Abi-Zeit – mit dem entscheidenden Unterschied, dass man nach der Verteidigung seiner Bachelorarbeit ins Berufsleben einsteigen darf. Bei mir wird das jedoch noch ein wenig warten müssen. Wer mich kennt, wird sich erinnern, dass ich leidenschaftlich tanze. Diese Leidenschaft ist trotz meines Unfalls im Jahre 2012 nicht verloren gegangen. Im Gegenteil, sie ist gewachsen. Der Traum, Tanzpädagogin zu werden, rückt nun immer näher. Neben meinem Pädagogik-Studium gebe ich an meiner Uni einen Sport-Kurs für Ballett und einen für alle tanzinteressierten Studenten in Chemnitz. Zusätzlich nehme ich selber Kurse, um mich auf die Aufnahmeprüfung der Palucca-Schule für Tanz in Dresden vorbereiten zu können. Ansonsten schreibe ich und schreibe und schreibe, damit meine Bachelorarbeit Form annimmt. Nebenbei trainiere ich viele Stunden in der Woche, damit ich mein Berufsziel bald greifen kann.

Sarah Edna Schneider (Abi 2012)

Kommentar verfassen