Der verfluchte Jahrgang

von Sarah

Das Thema Studienfahrt ist in unserem Jahrgang besonders diskutiert worden, als sich herausstellte, dass wir in Deutschland bleiben würden. Ausgerechnet während unserer Planung mussten in London und anderen Hauptstädten wiederholt terroristische Anschläge stattfinden, sodass Auslandsziele für die Studienreisen untersagt wurden. Natürlich löste diese Information bei uns eine Welle der Verständnislosigkeit und Frustration aus. Immerhin hatten wir mitbekommen, dass die vorigen 12er Jahrgänge nach Italien und London gefahren waren und wie begeistert sie zurückkehrten. Wir hatten uns darauf gefreut, da die Skilagerfahrt in der 11. Klasse abgesehen von den Tagen auf der Piste an Erlebnissen nicht gerade viel zu bieten hatte. Wenn man sich also auf eine ähnlich große, weiter entfernte Fahrt freut, wie sie die Klassen zuvor erlebt haben, dämpft eine solche Nachricht die Stimmung deutlich.

Nichtsdestotrotz musste nun aber eine Stadt her, die genug bot, um den Zweck einer Studienreise zu erfüllen. Unsere Klasse entschied sich, gemeinsam mit dem Geografie-Kurs nach München zu fahren. Wir waren eine große Truppe und hatten viele Freiheiten, was zu einigen interessanten Geschichten führte, die nun mal auf solchen Fahrten passieren. Unser Hotel befand sich in einem belebten Viertel Münchens, was uns für die Abende Möglichkeiten gegen Langeweile bot, um auch das Positive erwähnt zu haben. Neben einer Stadtführung aus dem Bus heraus, besuchten wir das Konzentrationslager Dachau, das nur noch einen begrenzten Einblick in diese schreckliche Seite der Nazizeit bietet, und das Deutsche Museum. Hier erinnere ich mich vor allem an die Kellerausstellung über den Bergbau. Es ist nichts für jemanden, der Angst vor Dunkelheit oder Enge hat. Um ehrlich zu sein, gab es also nicht viel Neues oder Besonderes, wenn man es mit den Schulausflügen der Sekundarstufe I vergleicht. Einmal waren wir in der Umgebung von München am Starnberger See. Das Einprägsamste in München war für mich, in der Straße der Luxusläden wie Luis Vuitton, Prada und dergleichen die Preise einer Handtasche mit dem eigenen Lebensunterhalt zu vergleichen. Verachtende Blicke der „gehobenen Gesellschaft“ kriegten wir oft gratis dazu. Verglichen mit dem Ausland spart man in München kaum. Das meiste Geld gaben viele von uns für Essen aus.

Abschließend kann ich also sagen: Ich wünsche dem jetzigen 12. Jahrgang viel Spaß auf den Studienreisen, denn ich habe gehört, dass eine Klasse nach Amsterdam fährt, während die jetzigen 11er gerade die Toskana besprechen.

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