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Der Abifilm läuft. Einige der Darsteller von 2009: v.li.n.re. Ulrike O., Ines T., Kai S., Oliver S., Dario R. und vorn Nadine R. und Madlen S.

von Kristin Bensch, Abi 2009

Das Abitur erreichten wir 2009 nach 13 Schuljahren. Für manchen war es eine schöne Zeit, für andere eher Stress, für wieder andere die reinste Zeitvergeudung. Die 10 Jahre nach dem Abi scheinen geflogen zu sein. Was mag in den Jahren wohl alles passiert sein? Das fragten wir drei Mädels – Nadine und Janine R. und Kristin B. aus dem ABI-Jahrgang 2009 – uns und beschlossen, dass es höchste Zeit war für ein Wiedersehen. Alle zu erreichen, war dann gar nicht so einfach, obwohl wir heute in einer medialen Welt leben. (mehr …)

Von Lucy H., 13a

Am Samstag, dem 24. August 2019, fand wieder das jährliche Holi Festival of Colours statt. Das aus Indien stammende Fest wird auch heute noch in vielen asiatischen Ländern zum Frühlingsbeginn gefeiert. An diesem Tag werden die traditionellen Konventionen der Hindus aufgehoben, sodass nur der Zusammenhalt und die Nächstenliebe zwischen allen Menschen von Bedeutung sind. Mittlerweile wird das Farbfestival auf der ganzen Welt gefeiert. In Deutschland organisieren die Veranstalter jedes Jahr eine Tour durch unsere Großstädte. Wir durften Teil des Holi Festivals of Colours sein. Aufdem zentralen Festplatz in Berlin fanden sich über 5000 Menschen aller Länder ein, um gemeinsam zu tanzen und zu singen. Ab 15 Uhr warteten wir auf den stündlichen Countdown, um unser Farbpulver in den Horizont zu werfen. Unterhalten von neun verschiedenen DJ‘s färbte sich der Himmel bunt. Wer mit einem weißen T-Shirt kam und auch wieder ging, hat das Fest nicht vernünftig gefeiert. Obwohl es ziemlich heiß war, hatten wir eine Menge Spaß. Die Besucher waren sehr aufgeschlossen und sehr herzlich, sodass wir uns alle wirklich frei fühlten. Jeder wurde mit offenen Armen empfangen, egal, aus welcher Region man kam oder welche Kultur man auslebte. Dementsprechend will auch das deutsche Holi Festival of Colours den Zusammenhalt aller Menschen demonstrieren.

Wir empfehlen euch diese Erfahrung, denn auch wir werden es definitiv noch einmal besuchen. Ein kleiner Tipp! Denkt an eine Sonnenbrille und einen Mundschutz, denn das Einatmen des Pulvers ist sehr unangenehm.

Eric Seise, 11a

Seit meinem fünften Lebensjahr renne ich dem Ball hinterher und habe vermutlich mehr Zeit in das Fußballspielen investiert als in Schularbeiten. Ich verbesserte mich Training für Training und Jahr für Jahr, um nun die Entscheidung treffen zu dürfen, den Verein zu wechseln, umzuziehen und mein Zuhause in Thüringen und fast alles aus meinem bisherigen Leben hinter mir zu lassen. Alles für den Traum, einmal Fußballprofi zu werden. Es begann mit einer kurzen SMS meines aktuellen Trainers, ob ich in der nächsten Saison in der A-Jugend-Regionalliga spielen möchte.

Mir war in diesem Moment egal, ob es der Trainer von Babelsberg 03 schrieb oder der Trainer von Jena oder doch der von Aue. Mein Ziel war einfach, einen großen Schritt zu machen und eine Liga höher zu spielen. Es war Babelsberg. Nachdem ich mich mit meinen Eltern abgesprochen hatte, musste ich „nur noch“ umziehen. Ich packte meine Sachen und fuhr Ende Juli mit meiner Mutter nach Potsdam, um mein Zimmer im Internat einzurichten. Als wir mit dem Umzug fertig waren und ich nicht mehr aufgeregt war, wurde mir bewusst, was ich hier tat. Um meinen Traum zu jagen, verließ ich meine besten Freunde, meine Freundin und – das ist am schwersten – meine Eltern. Ohne Eltern klarzukommen, ist schwierig. Jetzt habe ich keinen mehr, der meine Wäsche macht, Essen kocht und meine Termine im Überblick hat.

Inzwischen habe ich mich an die neue Situation gewöhnt und komme klar. Mein Team ist cool und jeder ist nett, doch es ist natürlich nicht dasselbe wie in meinem Dorfverein. Ich bin an einer neuen Schule, um neben dem Sport das Abitur zu schaffen. Das alles will ich in Kauf nehmen, um meinen Traum zu verwirklichen.

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von Lena

Deutschland an kalten, nassen Dezembertagen. Es ist windig, die Bäume sind kahl und die Menschen in sich gekehrt. Kaum jemand wagt noch einen Blick in die Gesichter seiner unbekannten Mitmenschen. Der Winter ist gekommen und die Lebensfreude scheint auf Eis gelegt. Ich durchsuche meine Erinnerung nach einem erheiternden Gegensatz und lande im vergangenen Juni bei unserer Studienfahrt nach Weimar. Ich finde das absolute Kontrastbild: Alle zusammen genossen wir eine der wundervollsten Wochen des Jahres. Auf einer Reise, gegen die wir uns alle mit Händen und Füßen gesträubt hatten, nachdem wir wussten, dass unsere so ersehnte Studienreise nun doch nicht nach London oder in die Toskana gehen sollte. Niemand traute diesem Erlebnis zu, ein großartiges zu werden; niemand vermochte sich vorzustellen, dass wir in dem viel zu nahen, kleinen Ort eine so tolle Zeit haben würden.

Montag. Mit einem mulmigen und leicht bedrückten Gefühl traten wir die Reise an. Mit dem Zug nach Thüringen, die sommerlichen Felder zogen an uns vorbei, die Sonnenstrahlen durchbrachen mit ihrer unendlichen Kraft die beschmutzten Fenster des IC. Angekommen im beschaulich schönen Weimar stellten wir fest, wie ruhig es war. Eine ganze Stadt auf den Beinen: Busse, Bahnen, Autos, Menschen, zwitschernde Vögel und trotzdem – scheinbare Stille. Nach einem langen Marsch zum Hotel, in dem wir in Zweierzimmer unterteilt schliefen, begaben wir uns zum ersten Mittagessen, das für die ganze Woche in einem Restaurant vorbestellt war. Was wir alle an diesem Lokal faszinierender bzw. amüsanter finden sollten? … Wir können uns bis heute nicht entscheiden, ob es nun die wahrscheinlich unfreundlichste Kellnerin der Welt, das absolut miserable Essen – ja, wir wissen, dass es sehr günstig war – oder die absurden Verwechslungen von Bestellungen waren. Trotz alledem hatten wir unseren Spaß. Den ersten Tag hatten wir nach dem Essen komplett zu unserer eigenen Verfügung. In kleinen Gruppen liefen wir durch den historischen Stadtkern, fanden Bars, interessante Läden und alte Statuen. Abends versammelten wir uns – wie eigentlich an allen Tagen – immer in etwas größeren Gruppen entweder im hübschen Innenhof des Hotels am Frauenplan oder im Zimmer von Jonas und Kimya, um unsere eigene tägliche „Tagesabschlussparty“ zu feiern. Dabei entstanden die lustigsten Bilder und Videos, die wir natürlich niemandem zeigen können.

Am Dienstag besuchten wir die umwerfend schöne Anna-Amalia-Bibliothek. Wir erfuhren viel über ihre Entstehung, ihre Namensgeberin -nicht Gründerin- Herzogin Anna Amalia und den tragischen Brand im Jahr 2004. Den Rest des Tages hatten wir wieder Zeit für uns. Es war uns freigestellt, an unseren Studienaufträgen zu arbeiten, den Park an der Ilm zu besuchen oder es uns beim Italiener nebenan gemütlich zu machen. Nur zur Mittagszeit mussten wir uns alle wieder in unserem Restaurant einfinden. Am nächsten Tag hatten wir vormittags eine Führung im berühmten Goethe-Haus, in dem er in einer durchaus komfortablen Einrichtung mit Garten einen Großteil seines Lebens mit seiner Ehefrau Christiane Vulpius verbrachte. Den Nachmittag verbrachten wir mit Amandus und seiner Freundin Anna, die uns die Stadt und den Campus der Universität Weimar aus ihrer Perspektive zeigten. – Währenddessen mussten wir im Liveticker mit ansehen, wie Deutschland gegen Südkorea verlor und somit aus der Fußballweltmeisterschaft 2018 flog. – Wir führten im Anschluss daran noch ein langes Gespräch mit den beiden über die Zeit nach dem Abitur. Amandus, der selbst einmal Schüler an der Lenné-Schule Potsdam war (Abi 2016), erzählte von seiner Auslandserfahrung und berichtete von dem Gefühl, welches aufkommt, sobald man in einer fremden Stadt beginnt zu studieren. Abends saßen wir alle im Park, hörten Musik, genossen einen Wein und hatten eine gute Zeit zusammen.

Donnerstag, Endzeitstimmung bricht an, der letzte volle Tag. Den Vormittag verbrachten wir nach dem Frühstück zu großen Teilen im Bett und ruhten uns etwas aus. Nach dem Mittag unternahmen wir unsere letzte Aktivität: die geführte Besichtigung des Schillerhauses. Lachend stellten wir fest, dass der damals großgewachsene Friedrich wohl kaum in das kleine Bett gepasst hätte, das nahe bei seinem Schreibtisch stand, damit er zwischendurch eine Pause beim Arbeiten einlegen konnte. Unseren letzten gemeinsamen Abend verbrachten wir erneut wie zuvor beschrieben in unseren Grüppchen.

Beim letzten Frühstück am Freitag stellten tatsächlich einige der Gäste mit Freude fest, dass wir nun doch abreisen würden. Vom Hotel erhielten wir trotzdem ein sehr positives Feedback, zu unserem Benehmen. Die Zugfahrt zurück verlief leider nicht so reibungslos wie die Anreise. Wir sollten in Magdeburg umsteigen, jedoch verpassten wir unseren Anschlusszug nach Potsdam, da unser erster Zug Verspätung hatte. Danach lief alles glatt und wir konnten sicher nach Potsdam durchfahren.

Keiner von uns hätte erwartet, in Weimar so eine schöne Woche zu verbringen. Verglichen mit den Erzählungen der beiden anderen Kurse, die nach München gefahren waren, erlebten wir wohl eine absolute Traumreise. Ich denke, ich spreche für den gesamten Kunst-Leistungskurs des jetzigen 13. Jahrgangs, wenn ich behaupte, dass wir eine unvergessliche Zeit hatten.